Sehr geehrte Damen und Herren,
in den letzten vierzehn Tagen habe ich mit viel Zeit und Energie mein neues iPhone 4 für meine beruflichen Bedürfnisse startklar gemacht. In erster Linie ging es um die Kalenderfunktion, die ich nach acht Jahren mit Palm-PDAs und nach deren Verschwinden dringend benötigte. Vom iStore habe ich mehrere Kalender gekauft, dazu verschiedene Notizensysteme, Documentenverarbeitungsprogramme etc. etc. etc. etc. Heute morgen hatte ich den Eindruck, dass ich auf dem Wege des Durchblicks war. Dann kam das Synchronisieren.
Seit zwei Wochen habe ich auf zwei Rechnern -- meinte ich -- erfolgreich synchronisiert. Gestern habe ich auf dem Laptop zu Hause genauer hingeschaut und festgestellt, dass es 26 Fehlermeldungen gab, vermutlich vom Anfang an und wegen der winzigen Schrift von mir übersehen, und dass diese Fehlermeldungen der Anzahl meiner Apps entsprachen, die vom Rechner irgendwie nicht anerkannt wurden. Es gelang mir, zumindest diesen einen Rechner freigeschaltet zu bekommen, bekam sogar die Meldung, dass der erste von fünf Rechnern nun freigeschaltet war. Dass von diesem Rechner aus meine Kontakte nicht synchronisiert worden sind, hat mich gestern noch nicht beunruhigt, denn von meinem Rechner in der Praxis war das bereits gelungen.
Heute ging ich in der Praxis an meinen Rechner, wollte mit meinen neuen Erkenntnissen auch ihn freischalten. Beim Einstöpseln meines iPhone meldete sich wie gewohnt das iTunes-Store zu Wort und begann mit dem Synchronisieren. Plötzlich erschien ein Fenster mit einer merkwürdigen Aufforderung, dass wenn ich die Synchronisierung so (automatisch) durchführe, alle Apps von meinem iPhone entfernt werden. Die beiden Möglichkeiten, die da standen, habe ich gelesen und die Fläche (die linke, glaube ich) gewählt, die nach meinem Sprachverständnis am wenigsten für eine Enfernung von Apps zu sprechen schien. Schon war es geschehen. Sämtliche von mir in den letzten Wochen gekauften und mühsam eingerichteten Apps wurden vor meinen Augen innerhalb ca. einer Minute entfernt. In Panik suchte ich nach einer Möglichkeit, diesen Schritt rückgängig zu machen. Es ging nicht. Ich bin in den Stunden danach zu vier versschiedenen Computergeschäften gegangen, auch zu Apple. Zwei sagten, sie hätten von Apple keine Ahnung; im Apple-Laden sagten sie, sie hätten von iPhones keine Ahnung, da sie bis vor kurzem nur bei Telekom vertrieben werden durften. Bei O2, wo ich mein iPhone gekauft hatte, hat der freundliche, besorgte und mitfühlende Herr meinen Rechner fast auseinandergenommen und konnte trotz seiner offensichtlichen Kompetenz nichts machen. Die Daten waren nicht mehr auf dem Rechner, und im Backup waren idiotischerweise nur die Daten, die durch die neueste Synchronisierung erzeugt wurden.
Ganz gleich ob es morgen einem Experten für viel Geld gelingen wird, die Daten von meinem Rechner hier zu Hause zu retten: Ein System das derartiges zulässt, ohne weitere Vorwarnung der bevorstehenden Konsequenzen und ohne eine Möglichkeit, vom zuerst betroffenen Rechner einen so folgenschweren Schritt rückgängig zu machen, gehört in die Tonne. Wer geschäftlich davon abhängig ist, kann sich diese Form von Unsicherheit nicht leisten. Mein iPhone schenke ich meinem Sohn, ich kehre zu Palm zurück.
Gruß
MPS






